canon7d sigmaIch habe schon immer gerne fotografiert aber für mehr als eine analoge und später digitale Kompaktkamera hat es nie gereicht. Einfach weil ich die Kamera immer und überall mit hin nehmen wollte. Erst als meine Ansprüche stiegen und ich in die Astrofotografie einsteigen wollte habe ich mich mit der Anschaffung einer digitalen Spiegelreflexkameras beschäftigt.

Auf dem Markt gibt es eine Vielzahl an Herstellern die DSLR-Kameras anbieten, wie Canon, Nikon, Sony oder Sigma. Je größer die Auswahl ist, desto schwieriger wird es das richtige Modell zu finden. Aber für welche Marke oder welches Modell soll man sich entscheiden?

Vor allem darf man sich zu Beginn nicht von den vielen Versprechen der Hersteller blenden lassen. Denn nicht alle Features sind sinnvoll oder verbessern die Qualität der späteren Aufnahmen. Man sollte sich aber im Klaren sein, dass man sich mit dem Thema Fotografie und der Bedienung der Kamera intensiv auseinandersetzen muss um gute Aufnahmen zu erhalten. Auch wenn die Kameraautomatik vieles ermöglicht ist man schnell an den Grenzen des Machbaren angekommen und muss manuelle Einstellungen vornehmen. Hier ist es dann wichtig, dass man weiß wie man Blende und Belichtungszeit wählt um besondere Motive optimal einzufangen.

Aufnahmesensor:

Derzeit gibt es drei verschiedene Sensorgrößen. Das Vollformat mit 36,0 x 24,0 mm, der APS-C Sensor mit ca. 23,5 x 15,0 mm und dem APS-H Sensor mit ca. 29,0 x 19,0 mm.

Neben der Größe des Sensors ist die Pixel-Größe sehr wichtig für die Qualität der späteren Bilder. Die Auflösung eines Sensors errechnet sich dann aus der Multiplikation der Pixel der Breite und Höhe des Sensors.

Die sinnvolle Pixelgröße bei einem Aufnahmesensor sollte nicht unter 4m betragen. Jeder Pixel braucht eine gewisse Lichtmenge um Informationen für das spätere Bild zu liefern. Sind nun die Pixel kleiner als 4µ, dann bekommen diese oft nicht genug Licht und liefern nur wenige Informationen für das Bild. Das macht sich dann als Rauschen bemerkbar. Die Pixelgröße berechnet man, indem man die Sensorbreite durch die Pixelanzahl teilt.

Crop-Faktor

Der Crop-Faktor ist das Verhältnis der Größe vom Aufnahmesensor einer DSLR-Kamera (APS-C) zum Kleinbildformat. Das Kleinbildformat beträgt 36,0 x 24,0 mm und der Aufnahmesensor der Canon 450D ist 22,2 x 14,8 mm. Somit beträgt der Crop-Faktor ca. 1,6.
Das bedeutet, dass man für den gleichen Bildauschnitt eines APS-C-Sensors bei einer Kleinbild-DSLR-Kamera eine 1,6 fache länger Brennweite benötigt. Der Crop-Faktor ist von der Größe des ASP-C-Sensors abhängig und der ist von Kamera zu Kamera unterschiedlich und bewegt sich zwischen 1,5 und 1,6. Einige Kamera- und Objektivhersteller bieten nun speziell für den kleineren APS-C-Sensor Objektive an, die nur diesen kleineren Sensor ausleuchten können. Der Vorteil ist der günstigere Preis durch die kleinere Bauweise. Der Nachteil ist, dass die Objektive nur für diese Kameras verwendet werden kann. Das sollte man beim Wechsel zu einer DLSR-Kamera mit einem Kleinbild-Sensor bedenken.

Der Cropfaktor ist auch bei den Objektiven wichtig. Die Brennweitenangaben der Objektivhersteller bezieht sich immer nur auf die Vollformatkameras. Wenn nun die Objektive an einem APS-C oder APS-H Sensor genutzt werden muss die Brennweite mit dem Crop-Faktor multipliziert werden. Dann erhält man die effektive Brennweite an diesem Sensor.

Beim Kauf einer Kamera achte ich auf:
  • Sensor- und Pixelgröße und ISO-Empfindlichkeit
  • Automatische Sensorreinigung
  • Sind automatische, halbautomatische und manuelle Einstellungen möglich (Blenden- und Zeitautomatik, sowie Belichtungszeiten über 30 Sekunden)
  • Live-View (Nützlich bei der Fokussierung bei Astroaufnahmen)
  • Ist ein interne Blitz vorhanden und kann ein externer Blitz angeschlossen werden?
  • Welche Speicherkartentyp wird eingesetzt (SD oder CompactFlash)
  • Gewicht der Kamera
  • Anschlussmöglichkeit der Kamera an einen Rechner über USB
  • Große Auswahl an Wechsel-Objektiven
  • Große Auswahl an weiterem Zubehör (Fernbedienung, uvm.)

Alle anderen Features (Video-Funktion, Direkt-Druck, uvm.), welche die Kamerahersteller anbieten sind für mich nur Beigaben und für den Kauf nicht entscheindend.

Für den Einsteiger:

Für den Einsteiger ist sicher ein Kamera-Kit von Canon oder Nikon für 400 - 800 Euro immer ein gute Empfehlung. Hier ist in der Regel ein Kameramodell mit allen Basis-Funktionen, gutem Sensor und einem 18-55 oder 18-200 Objektiv dabei. Damit kann man dann schon mit der Automatik loslegen. Langsam kann man sich dann an die einzelnen Funktionen und verschiedenen Einstellmöglichkeiten heran wagen. Nun kann man sein Equipment Schritt für Schritt ergänzen.

Modellwechsel für den fortgeschrittenen Fotografen:

Wenn man mit dem Gedanken spielt sich eine größere Kamera zu kaufen, dann sollte man sich folgende Fragen stellen:

  • Welche Verbesserungen brauche ich im Vergleich zu alten Kamera?
    (Höhere ISO-Empfindlichkeit, schnellere Serienbildfunktion, Sensorgröße, Steuerung externer Blitzgeräte, Speicherung individueller Einstellungen, uvm.)
  • Welches Budget steht mir zur Verfügung?
  • Passen an die neue Kamera auch alle Objektive?
  • Können die Akkus und Speicherkarten übernommen werden?
  • Kann das weitere Zubehör (Fernsteuerung, uvm.) genutzt werden?
  • Trägt das Stativ die neue Kamera auch?

Einen Herstellerwechsel würde ich nur dann vornehmen, wenn ich das alte Equipment mit Kamera und Objektiven verkaufen kann. Denn die Objektive der verschiedenen Hersteller sind nicht kompatibel.

 

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