Nodalpunkt ermitteln

Den Nodalpunkt, also die optische Drehachse, zu ermitteln ist kein Hexenwerk. Ich zeige es Ihnen mit Hilfe des Roundabout NP Nodalpunktadapters, wie man diesen Punkt ermitteln kann. Da jedes Objektiv einen anderen Nodalpunkt hat muss dieser für jedes Objektiv, welches zum Einsatz kommt, separat ermittelt werden.

Schritt 1:

Zuerst stellt man das Stativ auf und montiert den Nodalpunktadapter auf das Stativ. Auf einen weiteren Kugelkopf kann man verzichten. Mit Hilfe der kleinen Wasserwaagenlibelle und der höhenverstellbaren Stativbeine schaut man, dass der Nodalpunktadapter waagrecht im Wasser steht. Jetzt Schraubt man die Wechselplatte an die Kamera, so dass der Pfeil nach hinten und nicht nach vorne zum Objektiv zeigt.

Schritt 2:

nodalpunkt ermitteln 01Im nächsten Schritt die Kamera senkrecht aufstellen, sa dass diese genau von oben nach unten fotografiert. Unterhalb des Drehtellers sind vier Imbusschrauben, die leicht gelöst werden. Nun startet man den Live-View der Kamera und verschieb den Arm mit der Kamera solange, bis das Zentrum des Bildes genau durch das Zentrum des Drehtellers geht. Danach zieht man die vier schrauben wieder fest. Die Messskala auf der waagrechten Achse zeigt nun den eingestellten Abstand an, der notiert wird. Dieser Wert ist Kameraspezifisch und muss nur beim Einsatz einer anderen Kamera geändert werden. Die Vorgehensweise ist in der gezeigten Grafik gut dargestellt.

Canon 7D Abstand= 50 mm

 

Schritt 3:

nodalpunkt ermitteln 02Im Nächsten Schritt wird die Kamera so geschwenkt, dass diese horizontale Aufnahmen machen kann. Nun löst man leicht die zwei Schrauben an der Schnellwechselplatte und schiebt die Kamera soweit nach vorne, das grob senkrechte Drehachse durch die vorderste Linse geht. Nun zieht man die zwei Schrauben wieder leicht an.

Schritt 4:

Für den vierten Schritt sucht man sich ein Motiv, wo eine senkrechte Linie im Vordergrund (Beispiel: Lampe, Kerze) und eine senkrechte Linie im Hintergrund steht (Beispiel: Türrahmen, Karton). Diese zwei Linien sollten parallel zueinander sein. Nun startet man wieder den Live-View an der Kamera und dreht den Drehteller soweit, dass die zwei senkrechten Linien am rechten Bildrand sind und prägt sich den Abstand zwischen den Linien ein. Man kann auch eine Aufnahme machen, die man später im öffnet und dort den Abstand exakt misst. Jetzt dreht man den Drehteller, bis die Linien am linken Bildrand sind. Wird der Abstand zwischen den Linien kleiner oder größer, dann müssen die zwei Schrauben wieder gelöst werden und die Kamera entweder nach vorne oder hinten schieben. Das muss experimentell ermittelt werden. Jetzt vergleicht man wieder den Abstand zwischen den zwei Linien am rechten und linken Bildfeldrand. Bleibt der Abstand konstant gleich, dann haben Sie den richtigen Nodalpunkt dieses Objektivs ermittelt. Anhand der Skala können Sie den Abstand ablesen und notieren. Die Grafik veranschaulicht das wieder gut.

nodal schlechtIn der Praxis sieht das wie in den rechts geseigten Bildern aus:
In der oberen Reihe ist der Nodalpunkt falsch eingestellt. Man sieht es auch gut am A auf dem Zollstock, der zwischen den zwei Kerzen liegt.

 

nodal okDagegen ist in der unteren Reihe der Nodalpunkt richtig eingestellt. Man sieht auf beiden Bilder den gleichen Teil des A auf dem Zollstock.

 

Nodalpunkte für folgende Objektive:

Sigma 18-125/3.8-5.6 DC OS HSM = 95 mm @ 18 mm Brennweite
Canon 18-135/3.8-5.6 STM = 95 mm @ 18 mm Brennweite
Canon EF 50mm / 1:1.8 II = 65 mm
Canon EF 100mm/1:2.8 L Makro = 148 mm

 

Schritt 5:

Nachdem der Nodalpunkt ermittelt wurde muss noch der Rotationswinkel ermittelt werden. Dieser wird von der Brennweite des Objektivs und der gewünschten Überlappung bestimmt. Ideal ist eine Überlappung zwischen 20 und 30%.

Überlappungen und Rotationswinkel für folgender Objektive:

Sigma 18-125/3.8-5.6 DC OS HSM = 33 % Überlappung = Rotationswinkel 30°
Canon 18-135/3.8-5.6 STM = 33 % Überlappung = Rotationswinkel 30°
Canon EF 50mm / 1:1.8 II = 12 % Überlappung = Rotationswinkel 15°
Canon EF 100mm/1:2.8 L Makro = 41 % Überlappung = Rotationswinkel 5°

 

Panoramafotografie - Mein kleiner Kurs

 

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