Grundbegriffe

Zu Beginn möchte ich ein paar Begriffe und Grundlagen der Panorama-Fotografie erklären. Mit denen sollte man sich zuerst auseinandersetzen, bevor man mit den ersten Aufnahmen beginnt. Hat man soweit alles verstanden und sein Equipment mit fehlenden Komponenten ergänzt, so kann man sich an die Aufnahmen der ersten Panoramen heranwagen.

 

Zylindrisches Panorama

zylindrischespanoramaBei einem zylindrischen Panorama steht der Betrachter in der Mitte eines Zylinder und dreht sich beim Betrachten um die eigene Achse. Also ein 360° Rundumblick. Dabei wird aber nicht nach oben oder unten geschaut. Man spricht auch von einem horizontalen oder 360° Panorama.

Wenn man dies nun auf die Fotografie überträgt steht die Kamera auf einem Stativ und man macht, je nach Objektiv, 8 bis 36 Aufnahmen hintereinander. Dabei wird die Kamera von Aufnahme zu Aufnahme um den Mittelpunkt (Nodalpunkt) gedreht. Die Einzelbilder werden dann mit einer „Stitch“-Software zusammengesetzt. Man bekommt einen Zylinder, an dessen Innenseite das Panorama projiziert wird. Jetzt schneidet man an einer Stelle das Panorma auf und rollt es zu einem ganz breiten Bild aus. Wenn man keine komplette Rotation um 360° macht spricht man von einem planarem Panorama.

 

Kugel / sphärisches / kubisches Panorama

Anders, als bei zylindrischen Panorama, steht man hier in einem Raum, wie einer Kugel oder Würfel. Der Betrachter kann sich um die eigene Achse drehen und auch nach oben und unten schauen, um das Motiv zu betrachten. Dabei entsteht ein räumlicher Eindruck, als ob man dort steht, wo der Fotograf stand. Diese Art von Panorama wird auch 360°x180° Panorama genannt.

Dazu werden Aufnahmen mit einem Neigungswinkel von 90° nach unten und 90° nach oben benötigt, sowie mehrere Reihen von 8 bis 36 Einzelaufnahmen, die einmal um den Mittelpunkt erstellt werden. Die Anzahl der exakten Bildanzahl wird durch die Brennweite des Objektivs und der Überlappung der Einzelbilder ermittelt. Die Einzelbilder werden dann mit einer „Stitch“-Software zusammengesetzt und man bekommt ein sogenanntes equirectangulares Bild, wie man es von Weltkarten her kennt. Dieses Bild sieht zwar seltsam verzerrt aus aber wenn es auf eine Kugel projektiert wird sieht alles wieder gut aus. Um dann aber dieses Bild zu betrachten braucht man eine spezielle Anwendung, wie einem FlashPlayer oder QuickTime.

 

Equirectangulares Bild

kugelpanoramaIst die zweidimensionale Darstellung einer dreidimensionalen Kugel-Panoramas. Man kennt diese Projektionsart auch von der Darstellung der Weltkarte. Das Seitenverhältnis ist immer 2:1.

 

Flächenprojektion

Diese Art der Projektion entspricht einer Aufnahme, die mit extremem Weitwinkel gemacht wurde. Es ist geeignet für Fotoabzüge und Drucke, die einen begrenzten Ausschnitt des Motivs realistisch darstellen sollen. Denn alle Geraden werden im Bild gerade abgebildet und sich verhalten damit analog zu den normalen Sehgewohnheiten. Im Gegenzug ist allerdings der Bildwinkel auf etwa 120° x 120° begrenzt, jenseits dieses Bereichs kommt es zu starken Verzerrungen im Randbereich. Optimal ist diese Methode für Motive bis zu 90° x 90° geeignet.

 

Nodalpunkt

nodalpunktUm diesen Nodalpunkt dreht sich alles in der Panoramafotografie! Diesen Punkt nennt man auch einfach das optische Zentrum um den man die Kamera und Objektiv drehen muss um keine Parallaxenfehler zu erhalten. Parallaxenfehler entstehen, wenn die Kamera gedreht wird und es zwischen den Teilbildern Verschiebungen zwischen der Vorder- und Hintergrundinformation gibt.

 

Überlappung

Die Überlappung der Einzelaufnahmen ist für das spätere Stitchen, dem Zusammenfügen der Bilder wichtig. Optische Verzerrungen und sicht ändernde Lichtbedingungen können mit den Überlappung besser korrigiert und angelglichen werden.

 

Stitchen

Dieser Begriff kommt aus dem Englischen und bedeutet zusammensetzen der einzelnen Aufnahmen. Für das Zusammenfügen der Bilder nimmt man eine Software zur Hilfe, wie Photoshop, PTGui oder Panorama-Studio.

 

Panoramaviewer

Hierbei handelt es sich um eine Anwendung, mi der man das fertige Panorama interaktiv ansehen kann. Gerade für Internetseiten ist das sehr interessant. Die Viewer nutzen HTML5, Flash oder QuickTime. Bekannte Anwendungen sind Krpano oder Pano2VR. Mit beiden Anwendungen kann man auch virtuelle Touren durch mehrere Panoramen erstellen.

 

Rotationswinkel

rotationswinkelAusgehend von einem Kreismittelpunkt beschreibt der Rotationswinkel, den Winkel um welche die Kamera gedreht wird. Dieser Winkel ist während der Rotation immer gleich. Der Winkel ist abhängig von der Brennweite des eingestzen Objektivs und der gewünschten Überlappung der Einzelbilder.

 

Neigungswinkel

neigungswinkelAusgehend von einem Kreismittelpunkt beschreibt der Neigungswinkel, den Winkel um welche die Kamera nach oben und unten geschwenkt wird. Der Winkel ist abhängig von der Brennweite des eingestzen Objektivs und der gewünschten Überlappung der Einzelbilder.

 

Panoramafotografie - Mein kleiner Kurs

 

Links zum Thema:

Neuzehn72 - Seite von Patrik LudolphPanoramafotografie von Jan Röpenack


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