Fotografieren ohne Teleskop

Die einfachsten Formen der Astrofotografie können mit einer Kamera, gutem Objektiv, einem Stativ und Fernauslöser praktiziert werden. Damit können der Mond, Sternfelder fotografieren oder auch Strichspuraufnahmen gemacht werden.

Grundsätzlich gilt:

  • Höchste Auflösung und das Bildformat RAW einstellen.
  • Die Kamera sollte auf Manuellbetrieb umgestellt werden, d.h. Blende und Verschlusszeiten werden selbst eingestellt.
  • Der Autofokus muss deaktiviert werden.
  • ISO- und Langzeitrauschunterdrückung kann bei Belichtungen bis 30 Sekunden aktiviert werden. Bei der Mondfotografie werden kürzere Belichtungszeiten benötigt.
  • Kamera auf einem festen Stativ fixieren und auslösen mit einem Kabel- oder IR-Auslöser.
 

Sternfeld-Fotografie

sternfeldDie Sternfeld-Fotografie ohne Nachführung benötigt man ein Tele- oder Weitwikelobjektiv (je nach gewünschten Himmelsausschnitt), Stativ und Fernauslöser.

Ich wähle mir einen Bereich des Himmels aus und richte die Kamera darauf und stelle Scharf. Dann mache ich eine Belichtungsreiche mit unterschiedlichen Verschlusszeiten. Dann werden die Bilder beurteilt bis zu welcher Belichtungszeit die Sterne noch rund bleiben. Nun mache ich mit dieser ermittelten Belichtungszeit 20 bis 30 Aufnahmen, die dann später gemittelt werden.

Für längere Belichtungszeiten kann die Kamera auch am Teleskop befestigt werden um auch nachgeführt zu werden. Dazu wird aber eine Montierung benötigt.

 

Strichspurfotografie

lichtspurenNach der Sternfeldfotografie ist die Strichspuren-Fotografie auch mit einfachen Mitteln möglich. Dazu benötigt man auch ein Tele- oder Weitwikelobjektiv, Stativ und Fernauslöser.

Hintergrund: Es ist ja bekannt, dass durch die Erddrehung die Himmelsobjekte im Osten aufgehen und über den Himmel wandern um dann im Westen unter zu gehen.
Richtet man nun eine Kamera auf eine Stelle am Himmel, so wandern im Laufe der gewählten Belichtungszeit die Sterne scheinbar über den Aufnahmesensor und hinterlassen jeweils eine sogenannte Strichspur. Man sollte dabei schon mindestens 20 Minuten oder länger belichten.

Wenn man nun die Kamera auf den Himmelspol richtet, so drehen sich die Sterne scheinbar um diesen und bilden auf dem Fotosensor konzentrische Kreise. (siehe rechts)

 

Mondfotografie

mond2008 Zur Mondfotografie benötigt man ein Teleobjektiv, Stativ und Fernauslöser.

Zuerst richte ich die Kamera auf den Mond und stellt diesen scharf. Die Fokussierung würde ich manuell vornehmen und dafür den Autofokus deaktivieren und den Live-View verwenden. Je nach Helligkeit des Mondes wähle ich eine kleine Blende, geringe ASA und eine kurze Belichtungszeit. Mit einer Testaufnahme prüfe ich auf dem Display, ob man noch eine Belichtungszeitkorrektur vornehmen muss. Ich mache hier immer einige Aufnahmen mit unterschiedlichen Belichtungszeiten um mir dann am PC das Bild mit dem besten Kontrast zu wählen..

Schöne und effektvolle Aufnahmen bekommt man, wenn Wolkenfetzen am Mond vorbei fliegen. Das wertet die Aufnahme noch etwas auf und sieht toll aus.

Weiterführende Links:

VDS-Journal (Nr. 27 Artikel von Manfred Wolf.)